Fallstudie · Positionierung

Die Brücke verkaufen, nicht die Technik.

R&S VENICE · Rohde & Schwarz · Broadcast & Media

Eine Branche stand vor einem Technologiewechsel und hörte auf zu kaufen. Das überzeugende Argument war keine bessere Spezifikation. Es war die Erlaubnis zu warten.

SDI + IP
Beide Standards in einem System, umschaltbar per Modul
Sky
Sky Deutschland hat sich für VENICE in der Sportproduktion entschieden
UHD
Im Einsatz für Bundesliga und Champions League

Die Ausgangslage

Der Rundfunk war auf dem Weg von SDI, dem etablierten kabelbasierten Standard, zur IP-basierten Videoübertragung. Die Standards waren noch nicht fertig. Jeder Sender wusste, dass IP kommt, aber keiner wollte als Erster auf die falsche Architektur setzen. Eine falsche Entscheidung kostet hier nicht nur Budget, sondern im Zweifel die laufende Sendung. Also wurde verschoben.

Der Markt hatte kein Nachfrageproblem. Er hatte ein Risikoproblem.

Was der Wettbewerb sagte

Die Anbieter teilten sich in zwei Lager. Die einen sagten, IP sei die Zukunft und bestehende Technik eine Altlast. Die anderen sagten, SDI sei bewährt und IP noch nicht reif. Beide stritten über Technik. Keiner beantwortete die Frage, die sich die Käufer tatsächlich stellten: nicht, welche Technik gewinnt, sondern wie man umsteigt, ohne das Studio aufs Spiel zu setzen.

Die Positionierungsentscheidung

VENICE konnte SDI und IP im selben System, damals eines der wenigen Produkte, die das konnten. Naheliegend wäre gewesen, das als Vorteil in der Funktionsliste zu vermarkten. Stattdessen haben wir daraus das ganze Argument gemacht und aus einer Fähigkeit ein Versprechen:

Sie müssen sich heute nicht entscheiden. Und Sie werden für Ihr Tempo nicht bestraft.
Die Kernbotschaft der Positionierung

Warum das wirkte

So wird aus einem Spezifikationsvorteil ein Risikoargument, und zwar genau das, das die Käufer intern ohnehin abwogen, ohne dass ein Anbieter es ausgesprochen hatte.

Wie die Botschaft im Markt ankam

Die Positionierung wurde zum Rahmen für die öffentliche Kommunikation und den Messeauftritt des Produkts. Die Formulierungen unten stammen aus veröffentlichten Unterlagen.

„…bridges hybrid SDI and IP operations.“
Überschrift der Pressemitteilung zur IBC 2017, Rohde & Schwarz
„A vision of an IP-based future that builds on strong SDI heritage.“
Überschrift der Pressemitteilung zur IBC 2017, Rohde & Schwarz
„…empowering the user to migrate to IP-based production at a time and speed that best suits their situation.“
Produktkommunikation zu R&S VENICE

Der Beleg, der es glaubwürdig machte

Ein Versprechen über Risiko braucht einen Mechanismus, sonst ist es nur Beruhigung. Unserer war konkret und überprüfbar: Der Wechsel zwischen SDI und SMPTE ST 2110 bedeutete, das SFP+-Modul auf der Video-I/O-Karte zu tauschen. Kein Systemwechsel, keine Parallelinvestition.

Ein Satz, den ein technischer Prüfer nachvollziehen und ein kaufmännischer Entscheider im Vorstand wiederholen konnte.

Was sich übertragen lässt

  • An einem Technologiewechsel gewinnt selten das Zukunftsversprechen. Es gewinnt die glaubwürdige Brücke, aber nur, wenn das Produkt wirklich beide Seiten trägt.
  • Das Argument finden, das der Käufer intern schon führt, und es aussprechen, bevor es ein Wettbewerber tut.
  • Ein Risikoargument braucht einen Mechanismus. Ohne den Modultausch ist „migrieren Sie in Ihrem Tempo“ Marketing. Mit ihm ist es eine Tatsache.

Meine Rolle: Produktmarketing für die Plattform in diesem Zeitraum; Positionierung, Messaging und Go-to-Market-Inhalte gemeinsam mit dem Produktmanagement entwickelt. Der kommerzielle Erfolg gehört dem gesamten Team, die Kundenentscheidung ist aus öffentlichen Quellen zitiert.

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